Kuba 2010 - eine Reise in die Vergangenheit -

oder ein Erlebnis von Vergänglichkeit

  

1492 kam Christoph Columbus auch in Kuba an.

Im 17. Jahrhundert waren die indigenen Awarak praktisch ausgerottet.

Spanische Siedler haben das Land übernommen.

Wie in anderen Ländern der Karibik auch wurden hier vor allem  Zuckerrohrplantagen mit Zigtausenden von Sklaven aus Westafrika ausgebaut. Paläste und pompöse Bürgerhäuser wurden von den Zuckerbaronen und von Handelsleuten in Gefolge der aufblühenden Wirtschaft im ganzen Land errichtet.

1898 kam das Ende der spanischen Kolonialverwaltung.

Die USA - Florida ist nur 140 km entfernt - sicherten sich vertraglich Rechte auf der Insel.

Guantanamo ist heute noch ein Relikt aus dieser Zeit.

1959 vertrieben Fidel Castro und Che Guevara

 den Diktator Batista

 und errichteten einen sozialistischen Staat.

 

Das führte die Welt 1961 durch den Versuch der UdSSR auf der Insel Raketenbasen zu errichten an den Rand eines 3. Weltkrieges.

Ein Treffen von Chrustschow und Kennedy in Wien deeskalierte die Situation.

Seither regiert die Familie Castro das Land. Die Ideale des Sozialismus haben hier genauso wenig funktioniert wie in den ehemaligen Staaten des europäischen Ostblockes.

Das Ergebnis ist allerorts zu sehen.

Eine tropische Insel von morbider Ausstrahlung. Die Menschen besitzen praktisch nichts - haben sich aber allem Anschein nach zur Zeit mit dem System arrangiert. 

 

 

 

 

 

 

Viele versuchen mit etwas Eigeninitiative ein paar Cent zum kargen Einkommen dazuzuverdienen.

Sei es mit Musik in Bars oder auf der Strasse, als Portraitzeichner oder Photomotiv für vereinzelte Touristen, als Parkplatzwächter  oder  mit dem Privatverkauf von Zigarren aus selbst gepflanztem Tabak.     

 

 

 

 

 

 

Und immer scheint ein Lachen möglich. Diese Freundlichkeit macht bei all der Armut nachdenklich.

Das Restaurieren und Instandhalten von  Automobilen der 50er und 60er ist nicht Nostalgiepflege, sondern Ausdruck bitterer Armut. Ersatzteile gibt es nicht. In irgendeiner Form müssen sie am Fahren gehalten werden. Auch mit abenteuerlichen Karosserieformen auf den unterschiedlichsten Chassies. Eine Chevroletkarosserie beherbergt unter Umständen einen Käfermotor. Und am Land fehlen oft sogar die Räder.    

 

 

 

 

 

 

Ebenso wie das Wohnen in den Ruinen ehemaliger spanischer Herrschaftshäuser und auf der Strasse purer Armut entspringt. Und doch scheinbar als normal empfunden wird.

 

 

 

 

 

 

Das jahrzehntelange Embargo durch die USA gepaart mit alter sozialistischer Misswirtschaft haben ein Land geschaffen, das uns zurück in die Vergangenheit führt.

Und uns die Vergänglichkeit sowohl von imperialistischem Wohlstand (der Spanier) als auch vom sozialistischen Ideal  (Karl Marx´und Lenins) drastisch vor Augen führt.

Und wie man sich in dieser Bescheidenheit dennoch ein Lachen bewahren kann.

 

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